
Humor in der Kommunikation – Rückblick auf unseren Themenabend
Die Selbsthilfegruppe „Depressionen und Ängste Bad Cannstatt“ hat im April einen ganz besonderen Themenabend veranstaltet: „Humor in der Kommunikation“. In diesem Beitrag möchten wir einen kurzen Rückblick geben und gleichzeitig andere Selbsthilfegruppen dazu ermutigen, selbst solche Abende zu planen.
Warum Themenabende? Unsere Erfahrungen
Seit 1,5 Jahren organisieren wir in Bad Cannstatt ergänzend zu unseren regulären Gruppentreffen Themenabende rund um psychische Gesundheit. Der Grund: Viele Langzeit-Mitglieder hatten das Gefühl, dass die klassischen Gesprächsrunden nicht mehr genug Impulse bieten. Also wollten wir neue Wege gehen – mit spannenden Themen und externen Referenten.
Bisherige Bilanz: Drei Themenabende in 1,5 Jahren – das klingt vielleicht wenig, aber wir haben festgestellt, dass ein Abend pro Halbjahr absolut ausreicht, um etwas Tiefe und Qualität zu ermöglichen. Wichtig: Gute Referenten für spezifische Themen zu finden, ist nicht leicht. Deshalb empfehlen wir zweigleisig zu fahren: sich sowohl an den eigenen Interessen als auch an den Stärken potenzieller Referenten zu orientieren.
Beispiel: Für einen früheren Abend zum Thema psychische Gesundheit konnten wir einen Chefarzt gewinnen. Beim letzten Abend schlug uns der eingeladene Kommunikationstrainer Andreas W. das Thema „Humor in der Kommunikation“ vor – und wir ließen uns darauf ein.
Humor in der Kommunikation – der Abend im Überblick
Unser Impuls:
„In der Kommunikation bei psychischen Erkrankungen steckt viel Heilkraft.
Humor kann ein Schlüssel sein.
Schauen wir gemeinsam hin – mit einem Experten, der Sprache lebt.“
Der Abend wurde vom Kommunikationstrainer und Schauspieler Andreas W. gestaltet. Sein Ansatz: Humor als Königsdisziplin der Sprache. Dabei ging es nicht um Witze oder Comedy, sondern um authentischen, verbindenden Humor im Alltag – gerade im Umgang mit Depressionen, Ängsten und sensiblen Themen.
Was bei mir hängen blieb – persönliche Erkenntnisse:
- Humor ist ein Icebreaker – er kann angespannte Situationen auflockern und ins Positive kippen.
- Es gibt verschiedene Arten von Humor: Fernsehen und Sketche („Humor aus der Dose“) sind eine Sache, aber Alltagshumor – der, den wir selbst leben – ist oft viel wirksamer.
- Wer Humor bewusst beobachtet, erkennt Muster: Wer lacht wie? Worüber? Wie wirkt das auf andere?
- Humor kann verbinden – gemeinsames Lachen schafft Nähe. Aber: Humor kann auch verletzen, wenn er auf Kosten anderer geht.
- Unsere Humorerfahrung aus der Kindheit prägt uns oft ein Leben lang.
- Der Mensch ist – fast – das einzige Lebewesen, das Humor versteht und lebt. Das allein ist faszinierend.
Fazit: Humor als Ressource in der Selbsthilfe
Für viele von uns war dieser Abend ermutigend, inspirierend und unerwartet tiefgehend. Auch der Referent war mit Begeisterung dabei. Die Rückmeldungen waren durchweg positiv.
Meine Empfehlung an andere Selbsthilfegruppen:
Plant doch auch mal einen Themenabend – vielleicht zum Thema Kommunikation, Humor oder psychische Gesundheit. Es lohnt sich.
Der Autor möchte unbenannt bleiben.
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